Die Marke

Die Marke

Leopold geht in den Wald.

Er ist kein Feinschmecker. Er ist Jäger — jedenfalls hält er sich dafür.

Am liebsten früh, wenn der Nebel noch zwischen den Stämmen steht und die Wiese nass ist. Dann zieht Leopold los. Rehe stehen auf seiner Liste ganz oben, und er hat noch nie eines erwischt. Sie sind schneller, sie sind klüger, und ehrlich gesagt: Er weiß gar nicht, was er mit einem anfangen sollte. Aber die Verfolgung — die ist großartig.

Bei Mäusen sieht die Bilanz besser aus. Darüber redet er weniger. Ein Jäger, der Mäuse zählt, macht sich klein.

Was er mitbringt, ist nicht das Wild. Es ist der Geruch.

Denn wer stundenlang durchs Unterholz pflügt, kommt nicht sauber heim. In Leopolds Fell hängt der halbe Wald: zertretener Thymian, feuchte Erde, Bärlauch vom Bachrand, ein Hauch Wacholder. Er legt sich in die Küche, zufrieden und dreckig, und plötzlich riecht der ganze Raum nach draußen.

Genau da fing es an. Wenn ein Hund es schafft, eine Küche mit einem einzigen Nickerchen zu würzen — was ließe sich dann erst mit einer ordentlichen Mischung anstellen?

Heute stehen zehn davon im Regal. Gemacht in Mannheim, abgefüllt in Bayern, Zutaten offen deklariert, Grundpreis immer sichtbar. Kein Geheimnis, keine Sternchen im Kleingedruckten. Nur Gewürze, die tun, was sie sollen.

Die Kochmütze übrigens erträgt er nur für ein Leckerli. Aber sie steht ihm, finden wir. Und ein Titel wie Die Krönung Deiner Küche will schließlich getragen werden.

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Herr Leopold, Hund mit Kochmütze